Rückblick: 1. Adlershofer Forschungsforum

,,Woher weiß Adlershof, was Adlershof macht?“ Oder konkreter: Wie erfahren die Adlershofer Wissenschaftler, woran in Adlershof geforscht und gearbeitet wird? Das war die Frage, die ganz am Anfang der Planungen zum Adlershofer Forschungsforum (AFF) stand. Das erste AFF fand mit über 150 Teilnehmern am 12. November 2013 im Erwin-Schrödinger-Zentrum in Adlershof statt, und schon in der Begrüßung stellte Prof. Frensch, Vizepräsident für Forschung der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), fest: ,,Es geht um uns selbst.“ Die eintägige Standortkonferenz sollte sowohl allen, die in Adlershof lernen, arbeiten und forschen, als auch dem interessierten Fachpublikum nahebringen, was im Alltag in den Laboren und lnstituten vor Ort passiert.

Das erste AFF war der Startschuss zu einer jährlich statt findenden Veranstaltungsreihe, die eine Auswahl der aktuellen ,,Adlershofer Themen“ erfasst, so dass über die Jahre ein guter Überblick über die Forschung am  Standort gegeben wird. Es gehe vor allem darum einander zu verstehen und einen Einblick in die Leitthemen Adlershofs zu geben, bekräftigte auch Prof. Panne, Präsident der Bundesanstalt für Materialprüfung und -forschung (BAM), Sprecher der IGAFA e. V. und der Initiator des AFF.

lnsgesamt vier wissenschaftliche Workshops (Download Programm) stellten einem heterogenen Publikum – vom Experten bis zum Studenten – die ,,Adlershofer Themen“ vor: Ein auch für Laien ansprechendes Thema gab den Auftakt der Veranstaltung: Verkehr und Urbane Systeme. Frau Prof. Lenz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Frau Prof. Helbrecht von der Humboldt-Universität moderierten den Workshop, der einen Einblick in das Thema Urbanisierung gab. Vorbildlich wurde hier die Interdisziplinarität anhand des Ineinandergreifens von Geographie, Verkehrsforschung und Informatik aufgezeigt, illustriert am Beispiel des sich ändernden Verkehrshaltens durch die Konzentration von Einzelhandel in Städten und an bestimmten Peripheriestandorten.

Der zweite Workshop , Materialien und Analytik, beschäftigte sich unter anderem mit dem Thema Energiewende. Prof. Ballauf vom Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie GmbH (HZB) beleuchtete die Frage, wie Speicherung von Energie effizienter und besser gelingen kann. Dr. Franziska Emmerling von der BAM stellte im Rahmen des Workshops eine neue Methode der Röntgenstrahlung mit sehr hoher Qualität vor, Prof. Linscheid vom Institut für Chemie der HU fragte sich, wohin sich die Bioanalytik entwickeln wird. Sein Aufruf lautete: ,,Das Zeitalter der qualitativen Messungen ist vorbei, heute ist sie quantitative Analyse entscheidende. Für die Auswertung dieser großen Datenmengen brauchen wir Informatiker in der Bioanalytik.“

Auch in der Mittagspause wurde weiter diskutiert – über ein Adlershofer Herzensthema: Technologietransfer. Yaacov Michlin, CEO der Firma Yissum, gab Antworten auf die Frage „Wie kommen Ideen und Entwicklungen von der Wissenschaft in die Wirtschaft?“ Workshop drei stellte die Solarenergie in den Mittelpunkt der Betrachtungen: die Vor- und Nachteile von kristallinem Silizium als Basis für Solar-Wafer wurden skizziert. Neue und effizientere Materialien zu entwickeln, sei eine große Aufgabe der Solarforschung, so Prof. Rech, Leiter des lnstituts für Silizium-Photovoltaik am HZB. Auch Prof. Schlatmann, Direktor PVcomB (Kompetenz Zentrum Dünnschicht und Nanotechnologie für Photovoltaik Berlin) sah die Herausforderung in besseren und günstigeren Zellen. Herr Triebel von Younicos AG betonte die Notwendigkeit von Energiespeichern. ln der anschließenden Diskussion stand vor allem die Netzstabilität in Deutschland im Mittelpunkt. lm Workshop Optische Charakterisierung wurden unterschiedliche analytische Methoden diskutiert. Einer der Schwerpunkte war die lnfrarotspektroskopie.

Ein weiterer Teil der Standortkonferenz war die Posterschau. Großes Interesse bei den Nachwuchswissenschaftlern führte zu einer Ausstellung mit 55 Postern. Eine Expertenjury, bestehend aus dem Workshopleitern und  Veranstaltern, wählte als Preisträgerin Svenja Schloss von der BAM mit ihrem Poster ,,Development of a HPLC-MS-Method for the Quantification of Enniatin B in Fermented Feed“ (Nr. 19) aus. Den mit 500 € dotierten Preis nahm die  Siegerin strahlend entgegen. In der anschließenden Preisverleihung berichtete sie, dass die auf ihrem Poster abgebildete Kuh sich schon mehrfach als Alleinstellungsmerkmal bewährt hätte.

 

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