Adlershof

Wissenschaftstandort mit Tradition

1909
Mit einer internationalen Flugwoche wird das Flugfeld des ersten deutschen Motorflugplatzes in Berlin Johannisthal eingeweiht. Das benachbarte Adlershof entwickelt sich daraufhin schnell zu einem wichtigen Treffpunkt der deutschen Aviatiker und gewissermaßen zum »Mekka« der europäischen Flugindustrie.

1912
Mit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) wird Adlershof zum Wissenschaftsstandort.

1920
Nach dem Ersten Weltkrieg kommt das Filmgeschäft nach Adlershof. In den Folgejahren werden an die Hundert Filme gedreht, darunter Klassiker wie die »Symphonie des Grauens«. Der Medienstandort Adlershof ist geboren.

1932-1936
In den frühen 30er Jahren prägt die DVL die Anfänge der Luftfahrtforschung sowie der Luftfahrtindustrie in Deutschland maßgeblich. Von dieser Zeit zeugen heute noch denkmalgeschützte Gebäude wie der Windkanal, der Trudelturm und der Motorenprüfstand.

1933-1945
Massiv gefördert durch die Nationalsozialisten entwickelt sich Adlershof/Johannisthal wieder zu einem der wichtigsten Standorte der deutschen Luftfahrtindustrie. Geforscht und entwickelt wird vor allem für die militärische Nutzung.  Erst kurz vor Kriegsende stellt die DVL ihre Tätigkeiten ein.

1949
Adlershof ist mit ca. 5500 Mitarbeitern der größte naturwissenschaftliche Standort der Akademie der Wissenschaften (AdW) der DDR.

1976
Das sowjetische Raumschiff Sojus 22 umrundet die Erde. Eine in Adlershof entwickelte und produzierte Multispektralkamera macht die schärfsten Bilder. Sie ist der Vorläufer der heutigen Stereo-Kamera (High Resolution Stereo Camera, HRSC), die u.a. auf der aktuellen Mars Express-Mission der ESA zum Einsatz kommt.

1991-1992
Nach der Wiedervereinigung führt die Evaluation der Institute der AdW durch den Wissenschaftsrat zur Neugründung von acht außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie rund 100 Unternehmen.

1992
Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen schließen sich zur Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof (IGAFA) e.V. zusammen.

Im gleichen Jahr beschließt der Senat die Schaffung des »integrierten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Adlershof«. Ziel ist die Synergie von Forschung und Industrie, die beschleunigte Umsetzung von Innovation in Produktion. Um die Ansiedlung innovativer Firmen voranzutreiben, werden auf dem Campus moderne Fachzentren errichtet – teils in sanierten Altbauten, teils in mit Architekturpreisen dekorierten Neubauten. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Zentrum für Photonik und Optische Technologien, die »Amöbe«.

1994
Das 420 Hektar große Gelände Johannisthal/Adlershof wird offiziell zum »städtebaulichen Entwicklungsbereich«. Die WISTA-MANAGEMENT GMBH tritt als Betreibergesellschaft auf und gibt der Entwicklung eines modernen Technologiezentrums durch das Konzept der Innovationszentren entscheidende Impulse.

1997
Das Land Berlin beschließt verbindlich die Verlagerung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Humboldt-Universität zu Berlin auf den Campus Adlershof.

1998
Mit dem Institut für Informatik wird im Oktober das erste Institut der Humboldt-Universität in Adlershof angesiedelt.

2003
Der Umzug von sechs naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität ist abgeschlossen. Die Fachbereiche lassen sich teilweise in architektonisch innovativen Neubauten wie dem Lise Meitner-Haus (FB Physik) nieder.

2009
Der Standort Adlershof feiert »100 Jahre Innovation« und »20 Jahre Mauerfall«.

2015
Heute gehört Adlershof mit zehn außeruniversitären Forschungseinrichtungen, sechs mathematisch-naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität sowie rund 450 kleinen und mittleren technologieorientierten Unternehmen zu den 15 größten Wissenschafts- und Technologieparks weltweit. Gemeinsam forschen, lehren und lernen hier rund 25.000 Menschen – Tendenz seit Jahren steigend.

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Mehr Informationen zum Standort Adlershof erhalten Sie unter www.adlershof.de