Jürgen P. Rabe hat sein Studium der Physik und Mathematik an der RWTH Aachen mit einer festkörperoptischen Arbeit als Diplom-Physiker abgeschlossen. 1984 promovierte er am Physik Department der Technischen Universität München über ein Thema aus der Biophysik. Nach zwei Jahren am IBM Almaden Research Center in San Jose ging er an das Max-Planck-Institut für Polymerforschung und habilitierte sich mit einer Schrift zur Rastertunnelmikroskopie an molekularen Monoschichten. 1992 wurde er Professor an der Universität in Mainz, und seit 1994 ist er Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Jürgen P. Rabe ist Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Auswärtiges Mitglied des Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung. Er war Gastprofessor am Materialdepartement der ETH (Eidgen. Technische Hochschule) Zürich und ist Gründungssprecher des Integrative Research Institute for the Sciences IRIS Adlershof der Humboldt-Universität. Er ist Mitglied der Sonderforschungsbereiche (SFB) 658 »Elementarprozesse in molekularen Schaltern an Oberflächen« und 765 »Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip«, des Internationalen Graduiertenkollegs »Self-Assembled Soft-Matter Nanostructures at Interfaces«, und hat mehr als 260 Arbeiten in referierten Zeitschriften und Büchern publiziert, die mehr als 9.000 mal zitiert wurden.
Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Korrelation von Struktur und Dynamik molekularer Systeme und Hybridstrukturen an Grenzflächen mit ihren mechanischen, elektronischen, optischen und (bio)-chemischen Eigenschaften von molekularen bis zu makroskopischen Längen- und Zeitskalen. Ausgehend von seinen tunnelmikroskopischen und spektroskopischen Pionierarbeiten an Alkanen und alkylierten Nanographenen an Fest-Flüssig Grenzflächen hat er eine Werkbank für einzelne Makromoleküle und organisch-anorganische Hybridsysteme entwickelt (s. Abb.). Dabei spielen molekular modifizierte Graphit- und Graphen-Substrate, sowie Kraftmikroskopbasierte Methoden zur Manipulation und Abbildung einzelner Makromoleküle die zentralen Rollen. Tunnelmikroskopie und -spektroskopie sowie die optische Nahfeldmikroskopie werden darüber hinaus zur Untersuchung elektronischer und optischer Eigenschaften verwendet, um letztlich zu neuartigen molekularen Funktionssystemen zu kommen.

Prof. Dr. Jürgen P. Rabe
Institut für Physik
Newtonstr. 15
12489 Berlin, Germany
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