Sauer, Prof. Dr. Joachim

Joachim Sauer, 1949 in Hosena, Kreis Hoyerswerda, geboren, nahm nach dem Abitur und einer parallelen Ausbildung zum Chemielaboranten 1967 das Studium der Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) auf, das er 1974 mit der Promotion abschloss. Zunächst widmete er sich dem semiempirischen Studium von aromatischen Radikalionen, befasste sich dann aber nach Aufenthalten an der Universität Torun in Polen und am Heyrovsky-Institut in Prag zunehmend mit nichtempirischen Rechenverfahren. Mit seiner Habilitationsschrift »Quanten-chemische Untersuchungen aktiver Zentren und adsorptiver Wechselwirkungen von Siliciumdioxid- und Zeolithoberflächen« leistete er Pionierarbeit zum molekularen Verständnis dieser Phänomene. Von 1977 bis 1991 führte Joachim Sauer seine Arbeiten am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften der DDR in Adlershof durch. Erst ein Jahr vor dem Mauerfall erhielt er die Erlaubnis zu einem Forschungsaufenthalt an der Universität Karlsruhe. Ab Mitte 1990 war er neben seinen Berliner Verpflichtungen bei BIOSYM Technologies in San Diego (USA) an der Entwicklung von Modellierungssoftware im Rahmen eines »Catalysis and Sorption Consortium« tätig, was ihn mit zahlreichen industriellen Anwendern auf der ganzen Welt in Kontakt brachte. Ab 1992 jedoch widmete er sich ganz der »Arbeitsgruppe Quantenchemie« der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) an der Humboldt-Universität, die bis 1996 bestand. Seit 1993 ist Sauer C4-Professor für Theoretische Chemie an der HU. Mit dem Umzug der Chemie der HU begann 2001 für Sauer ein zweites Leben auf dem Campus Adlershof.

Seine Forschungsinteresse galt weiterhin festen Katalysatoren, wobei es ihm durch die Entwicklung von Quantenmechanik-, Molekülmechanik- und anderen Hybridverfahren gelang, auch für realistische Modelle komplexer Strukturen der »chemischen Genauigkeit« nahe zu kommen. Wichtig war ihm schon immer der Kontakt zu experimentell arbeitenden Gruppen, auch außerhalb seiner Universität. Besonders stark war daher sein Engagement für das Zustandekommen des SFB 546 »Übergangsmetalloxid-Aggregate«, dessen Sprecher er seit dessen Gründung 1999 ist, und auch jüngst für den Berliner Exzellenzcluster »Unifying Concepts in Catalysis« UNICAT. Seit 2006 ist er auswärtiges wissenschaftliches Mitglied des Fritz-Haber-Instituts der MPG. (Foto: Peter Himsel)

Prof. Dr. Joachim Sauer
Humboldt-Universität zu Berlin
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(Foto: Peter Himsel)